Lodernde Feuer, glühende Lavaströme und tosende Gaswinde, die über giftige Schlacke- und Staubebenen toben, prägen die äußeren Regionen der Feuerlande. Im Landesinneren jedoch, herrscht eine Glut, die so gewaltig ist, dass ganze Berge zu flüssigen Seen geworden sind. Kein Mensch könnte in diesen Regionen überleben. Dies ist das Land der Feuergestaltigen, der Kinder der Flamme – der Gro'Myr. Erfüllt von dem Element des Feuers, glüht in ihren Adern das Blut des Drachengottes Grohykron und sie haben sich ein Reich innerhalb der flammenden Berge errichtet. Ihr Gott selbst wandelt unter ihnen, wacht über sie und regiert sie von seinem Thron in der Stadt Gromurkha aus, tief im feurigen Schlund des Landes. Wie anders als stolz und tapfer kann ein Volk sein, wenn es solchen Gewalten trotzt und von einem Gott persönlich geführt wird? Wild und verzehrend wie ein Feuersturm können sie sein und nichts hält ihrem Zorn stand, wenn er einmal entflammt wurde. Doch das Feuer wärmt auch und spendet Licht und so sind auch die Gro'Myr nicht nur von Zerstörung erfüllt. Wer sie ohne Hintergedanken besucht und sich nicht unerlaubt an den Schätzen ihres Landes bereichert, den heißen sie willkommen und gewähren ihm eine Gastfreundschaft die Ihresgleichen sucht. Denn auch wenn die Gro'Myr perfekt an die Verhältnisse in den Feuerlanden angepasst sind, so ist das Leben dort hart und gefährlich und Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft gehören zu den ungeschriebenen Gesetzen. Mit den Balrandur jedoch verbindet sie eine lange Feindschaft, die man seit Jahrhunderten in ununterbrochenen Kriegen pflegt. Kaum jemand weiß noch wie der Konflikt entstanden ist, doch stehen sich beide Parteien mit unversöhnlicher Härte gegenüber.
Der genaue Ursprung der Gro'Myr
ist nur den wenigsten Gelehrten bekannt. Vor vielen Jahrhunderten waren die
Feuerlande ein fruchtbares, grünes Land an der Nordküste Audakias. Seine Bewohner,
das Menschenvolk der Gomar, führte ein gutes und wohlhabendes Leben und betete Tixal als Gottheit an,
einen der letzten Großen Drachen. Als schließlich die Balrandur den Norden erreichten und die Unterwerfung
oder den Tod der Gomar forderten, legte sich Angst über das friedliche Volk und sie schworen den Balrandur
und ihrem Gott Gefolgschaft. Der Gottdrache tobte vor Zorn über den Verrat und nahm fürchterliche Rache.
Er verfluchte das Land der verräterischen Menschen und suchte es mit Erdbeben, giftigen Stürmen und
Feuersbrünsten heim, bis jede Ernte, alles Vieh und jede Siedlung zerstört waren. Erdstöße ließen jeden
Tag aufs neue die Erde erzittern, Berge erhoben sich und spien Feuer und giftige Gase aus. Die Gomar waren
dem Untergang nahe, als der Gottdrache Grohykron sich ihrer erbarmte und sie zu seinem Volk erwählte.
Seine Macht verband ihre Körper mit dem Wesen des Landes und gestattete ihnen so das Überleben. So wurden
aus den Gomar die Gro'Myr.
Die Gro'Myr sind von menschlicher Gestalt, und athletischem
und kräftigem Wuchs. Sie werden bis zu 180 Halbfinger groß und erreichen ein
Gewicht von 120 bis 160 Stein. Ihre Haut ist von einem tiefen Schwarz, dick und
rissig wie geschmolzener Stein, durch dessen Risse die kochende Lava schimmert,
die durch ihre Körper fließt. Ihre pupillenlosen Augen sind stets schwarz oder braun.
Ihre Körper sind vom Kopf bis zu den Zehen unbehaart.