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Die Kaervaren

Die Kaervaren

Eine schroffe Küste, gepeitscht von dunklen Wogen, ein karges felsige Land, bedeckt mit hartem Gras, distelbewehrt und unwegsam, voll einsamer Wildnis, in der ein Wanderer tagelang nichts anderes als das auf und ab wogende Grün und Braun der zerklüfteten Hügel erblicken kann. Hier ringt seit Urzeiten ein wortkarger, harter Menschenschlag mit den Fährnissen des Landes und stemmt sich unermüdlich gegen wilde Kreaturen, die Gewalten der Natur oder brutale Eroberer – die Kaervaren. Einfach und ehrlich wie das Land, ist ihr Wesen, unermüdlich wie die Stürme, die das ganze Jahr über in ihrer Heimat toben, und tiefgründig wie die See. Wer die großgewachsenen, sehnigen Bauern sieht, wie sie mit Pflug und Spaten dem kargen Boden dennoch eine gute Ernte abtrotzen, oder die Fischer, die mit klammen, rissigen Händen gegen die rauen Wogen der Sturmsee ankämpfen und selbst vor der Jagd auf die mächtigen Garbuunwale nicht zurückschrecken, der wird dieses Bild bestätigt sehen. Sitzt er dann noch des Abends, nach getaner Arbeit, müde aber zufrieden in einem der zahlreichen Stubenhäusern und lauscht den manchmal gewitzten, manchmal hintergründigen Geschichten der beliebten Barden, der erkennt schnell, dass diese Menschen ein weiteres Gesicht haben, denn der See, mit der sie leben, sind sie mindestens ebenso ähnlich wie dem Land, das sie bewohnen. Und wer dann auf den Feldern ihren von Sehnsucht und der Freiheit des Windes erfüllten Liedern lauscht, der weiß, dass die Kaervaren auch durch den Sturm dem sie sich jeden Tag stellen geprägt wurden.

Lange vor dem Aufstieg des Imperiums Eonay, in einer Zeit, als die Eislande noch frei von Schnee und Eis und Teil des Festlandes waren, lebten die Kaervaren im äußersten Norden und schon damals waren sie größtenteils Bauern und Fischer. Eines Tages warnte der Seher Bjontar Karhasund sie vor einer großen Katastrophe, die den Kontinent spalten und das Land der Kaervaren vernichten würde. Lange berieten die einzelnen Stammesführer darüber was zu tun sei und schließlich entschied man sich, das Land zu verlassen. Beinahe ein Jahrzehnt dauerten die Vorbereitungen, dann brach ein ganzes Volk geschlossen auf und verließ seine Heimat. Ihr Weg führte sie vorbei an den dunklen Bergen der Blutzinnen, herum um den Kadok See, bis an die Gestade der Sturmküste. Wo immer sie durchzogen, blieben einige von ihnen zurück, doch das Land an der Sturmküste fanden sie verlassen vor und so nahmen sie es in Besitz.

Die Kaervaren sind allesamt recht groß gewachsen und erreichen bei einer Größe von 165 bis zu 210 Halbfinger ein Gewicht von 50 bis zu 150 Stein. Ihr genaues Gewicht hängt wie bei allen Menschen stark von ihren Lebensumständen ab, doch üblicherweise verfügen sie über einen sehnigen Körperbau und eine zähe, robuste Natur. Ihre Haare sind meist braun oder schwarz aber andere Haarfarben sind auch keine Seltenheit. Ihre Augen sind beinahe immer grau oder von einem tiefen grün. Ihre Haut ist recht hell, oft auch mit feinen Sommersprossen versehen.