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Die Kogasha

Die Kogasha

Karg, einsam, von schier endloser Weite, unter einem stahlblauen oder bleigrauen Himmel erstreckt sich im Norden die Kalorische Steppe, die Heimat der Kogasha. Hier leben und jagen die Rudel der Blutsäufer, wie sie von ihren Opfern oft genannt werden und stellen sich einer gnadenlosen und brutalen Existenz im Kampf um den besten Platz im Rudel, das fetteste Stück Fleisch, die wildreichste Region in der Steppe oder einfach um eine schön gearbeitete Waffe. Einst gehörten sie zu einem der mächtigsten Reiche Audakias. In längst vergangenen Tagen, nur noch besungen von wenigen Legenden, herrschten sie als edle Kaste mächtiger Krieger über den ganzen Norden und Armeen und Reiche erzitterten, wenn die Wolfskrieger in den Krieg zogen. Nichts ist geblieben von der einstigen Pracht. Die Städte sind zerfallen, das Reich vergessen. Nur ein archaischer Ehrenkodex und die Träume in sternenklaren Nächten, wenn der zerrissene Leib ihrer toten Göttin Namshuan am Himmelszelt erstrahlt, wehen wie der letzte Atemzug eines untergegangenen Volkes über die Steppe. Heute ziehen sie als wilde Rudel durch die nördlichen Ebenen und Gebirge und kämpfen mit Targonen, Kratuuk und wilden Kreaturen um die Vorherrschaft. Entwurzelt, zersplittert und heimatlos treiben sie dahin und machen sich einen Namen als wilde Krieger und Jäger. Kein Handelszug ist groß genug, dass Kogasha ihn nicht angreifen würden, kein Stamm der Steppe vor ihnen sicher und keine Kreatur groß und wild genug, dass sie nicht als Beute angesehen werden könnte.

Als Kalor, die mächtigste Stadt der Enashari fiel und ihr Reich zerbrach, wurden die Enashari beinahe vernichtet. Die Überlebenden, die sich aus der Asche der zerstörten Städte und der Schlachtfelder erhoben, waren zerstritten und führungslos und zerfielen bald in einzelne Stämme und Rudel. Die Nachfahren dieser Krieger sind die Kogasha.

Kogasha sind stark und kräftig gebaut. Von den Menschen werden sie manchmal Wolfsmenschen genannt, und äußerlich kommen sie dem Begriff recht nahe. Während ihr Oberkörper dem eines kräftigen, stark beharrten Menschen gleicht, tragen ihr Kopf und ihr Unterkörper unverkennbar wölfische Züge. Sie erreichen eine Größe von mehr als 220 Halbfinger und wiegen zwischen 150 und 200 Stein. Ihre Hände und Füße sind mit scharfen, langen Klauen versehen, die sie im Handwerk ein wenig unbeholfen, im Kampf jedoch zu tödlichen Gegnern machen. Ihr Fell ist kurz und dick, und häufig von grauer oder schwarzer Farbe. Die Augen sind schwarz und haben schmale gelbe oder rote Pupillen. Die Ohren laufen, wie bei einem Wolf, spitz zu und sind sehr ausgeprägt. Das Kopfhaar wird sowohl lang und offen als auch in wilden Frisuren getragen. Narben, aus Kämpfen oder zur Zierde zugefügt, zieren die Körper der Kogasha. Viele tragen auch gerne arachaischen Schmuck, wie durch die Haut geschobene Knochen.